Die kostbare Fracht

Hektisches Treiben herrscht am Gate 3d. Letzte Instruktionen werden bekannt gegeben. Die Motoren laufen bereits. Noch lange nicht auf vollen Touren, aber die Startrampe zittert schon unter den Vibrationen des brummenden Frachtschiffs. Allmählich leert sich die Startrampe. Nur noch vereinzelnd werden hier und da letzte Arbeiten verrichtet. Versorgungsschläuche werden abgenommen, Lenkeinrichtung wird überprüft

…Captain C.V. Kirk – checkt derweil mit seiner Mannschaft im Cockpit alle elektronischen Steuerungssysteme. „Hier ist Mission Control“ Captain Kirk horcht auf. Jetzt wusste er, dass die Endphase des StartŽs eingeläutet wird. „Seit ihr bereit zu Aufnahme der Fracht ?“ – Kirk schaut noch mal in die Runde, und lässt sich die Antwort von seinen Co-Piloten bestätigen. Einer nach dem anderen hebt den Daumen – das ist das OK für Kirk. „ Alles startklar hier an Bord“ spricht Kirk in das Mikro. Eine Handvoll, von in weiß vermummter Menschen, tragen sehr vorsichtig einen Glaszylinder. Sie legen ihn in eine eigens dafür vorgesehene Ladeluke. Unter hartem Zischen verschließt sich die Luke. Das ist immer die letzte Handlung vor dem Start. Viel zu wertvoll ist die Fracht – Wenn aus irgend einem Grund mal nicht gestartet werden könnte, wäre die bereits angemischte Ladung nicht mehr zu gebrauchen …

… „Hier ist Mission Control – Startfreigabe in 3 Minuten.“ Rührige Spannung macht sich Cockpit breit. Schnell noch letzte Blicke auf die Monitoren. Captain Kirk schiebt behutsam den Schubhebel nach vorne. Die Motoren heulen auf. Riesige Dampfschwaden pressen sich aus den Turbinen. Ohrenbetäubendes Pfeifen zischt durch die Starthalle. „Hier ist Mission Control, … Startfreigabe“ Kirk blickt ein letztes mal zu seinen Copiloten. Einvernehmliches Nicken ist für Ihn das OK zu Start. „Voller Schub, meine Herren,“ kommt der klare Befehl. Behäbig schiebt sich der Frachter nach vorne. Die Piloten werden etwas geschüttelt. Das sollte sich aber sofort legen wenn das letzte Rad den Boden verlassen hat. Kirk drückt sehr kontrolliert den blinkenden Knopf rechts an seinem Steuerpult.
Sogleich reagieren die Motoren – Die Crew wird mit nicht mehr zu bewältigenden Kraft in Ihre Sitze gepresst. Jetzt waren es nur noch wenige Meter, und die Maschine wird den Boden verlassen. Wie ein Pfeil schießt die wichtige Fracht ins All.

Routiniert spielt die Crew unter Leitung von Captain C.V. Kirk das Flugszenarium ab. Nach kurzer Flugzeit wird der Autopilot eingeschaltet. Entspannt lassen sie die Piloten in Ihren Sessel rutschen. … Genug Zeit um etwas ruhiger anzugehen – Das Manöver zur Frachtübergabe wird noch viel Kraft beanspruchen.

Kirk lässt einen letzten Blick über sein Steuerpult schweifen. „alles OK“ denkt er sich. und schließ zufrieden seine Augen.

….

Kalt und schneidend hallt eine weibliche Computerstimme durch das Cockpit „ Zielort in 15 Minuten erreicht.“ – Kirk und seine Mannschaft schrecken etwas auf. Sofort werden Flugkoordinaten abgefragt – Kirk übernimmt wieder die Führung des Schiffs. Den Anflug hatte er schon Hunderte mal geübt – im Trainingslager. Er könnte das Schiff mit geschlossen Augen lenken. Aber es galt nichts zu beweisen. Der Auftrag ist klar. Die Ladung muss ohne Fehler übergeben werden. Hochkonzertiert wird wie aus dem Lehrbuch das Rendezvous eingeleitet. Der 1.Offizier meldet Sichtkontakt. Kirk nimmt etwas Schub zurück.
„Jetzt beginnt die schwierige Phase“ – Alle an Bord wissen das. Der Zielort war mit Schutzwällen umgeben. Diese mussten passiert werden bevor man die Fracht übergeben konnte.

„Mr. Zulu, bereiten sie die letzten Vorbereitungen ein,“ sagte Kirk zu seinem 1. Bordingenieur.
Mr Zulu tippte hektisch irgendwelche Befehle in den Bordcomputer. Sogleich ertönte ein Signal das in regelmäßigen Abständen einen Ton über die Bordlautsprecher erschallen lässt. Kirk sieht aus seinem Fenster, und verfolgt wie sich behutsam ein stählender Rüssel an der Spitze des Frachters rausschiebt. Das gleißende Licht der drei Sonnen, die über Ihnen stehen, lassen die Schneidekante am Äußeresten Ende des Rüssels aufblitzen. „Eine Meisterleitung der Technik“, denkt Kirk. Es gab nichtŽs, was schärfer war wie eben diese Schnittfläche.
Kirk nimmt noch etwas Tempo zurück. Der Rüssel schien nun ganz ausgefahren zu sein. Der Signalton war verstummt. Jetzt waren es nur noch wenige Sekunden, bist der erste Kontakt mit dem Schutzschild eintraf.

Mr. Zulu zählt die Sekunden rückwärts. „noch 9 – 8 – 7 Sekunden bis zum Kontakt.“ Kirk wusste das nun kein Zurück mehr möglich war. Konzentriert verfolgt er wie sich der Rüssel gleich in den ersten Schutzwall bohrte. „3 – 2 – 1 – Kontakt“ hörten die Männer an Bord aus Mr. Zulus Mund. Ein leichtes Schütteln ging durch das Schiff. Kirk sieht wie sich Spitze in die Epidermis schiebt. Das war erst der leichte Teil des Auftrags. Dieser Wall ist der schwächste und dünnste. Kirk gab seiner Besatzung den Tipp, sich auf das nächste Auftreffen vorzubereiten –„Jetzt wird es uns gleich durchschütteln“ gab Kirk kurz bekannt. Kaum ausgesprochen, wurden die Männer hin und her geworfen. Alle wussten, dass sie das Corium erreicht hatten. Unaufhaltsam schiebt sich der Rüssel immer tiefer durch die Wälle. Kirk nimmt alle fahrt raus. Der Frachter kommt zum stehen. Der Captain schaut fragend nach Zulu. Dieser überprüft noch mal die Koordinaten. Unter einem zufriedenen Lächeln gibt er dann bekannt: „Sir… Subcutis ist erreicht.“
Jetzt muss schnell gehandelt werden. Zu lange dürfen sich die Männer nicht in dieser Position aufhalten. Kirk blickt zum 1.Offizier. „Ladung absetzen“ …

“Ey, ey, Sir,” gibt dieser sofort zur Antwort. Kirk beobachte das Szenarium aus seinem Bordfenster. Er sieht wie aus der Rüsselspitze ein harte Strahl austritt. Nur wenige Sekunden und die kostbare Fracht ist an Ort und Stelle. Kirk setzt einen Funkruf ab: „Mission Control, Ladung ist am Zielort“. Applaus hallt im Kontrollzentrum auf …

„Gut gemacht, Leute – und jetzt, auf zur Heimreise“ hört die Crew aus den Bordlautsprecher.

„Ihr habt es gehört, ab nach Hause“: sagt Kirk. Zufrieden lehnt er sich zurück und denk an den nächsten Auftrag der schon morgen ansteht ….

Dieser Text ist allen den gewidmet, die sich immer wieder mit einer Spritze malträtieren müssen.

· Epidermis = Oberhaut,
· Corium = Lederhaut
· Subcutis = Unterhaut.

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